Insgesamt ist für mich Würzburg eine Stadt, bei der ich nicht zuerst an Sehenswürdigkeiten denke, sondern viel mehr an individuelle Plätze. Ich betrachte Würzburg mehr aus einer Heimatsicht, als aus der typischen Touristensicht. Für mich ist Würzburg viel mehr als die Residenz und andere Sehenswürdigkeiten. Zwar haben diese Orte ihren Reiz, allerdings sind sie für mich nicht alleine das, was Würzburg ausmacht. Deshalb sind auch im Folgenden meist keine Sehenswürdigkeiten aufgeführt, sondern Dinge und Plätze die ich persönlich mit Würzburg verbinde. 

Obwohl die Amerikaner ein sehr abgeschottetes Leben von uns geführt haben, spielt dieser Aspekt für mich eine zentrale Rolle im Hinblick auf Würzburg. Wenige gingen auf deutsche Schulen. Obwohl ich unmittelbar neben der ehemaligen Kaserne wohne, war kaum ein kultureller Austausch bis auf wenige Ausnahmen vorhanden. Umso interessanter ist es für mich, das nun geöffnete Gelände anzuschauen und so Einblicke in die Lebensweise zu bekommen. Dieses Bild, welches ich auf dem ehemaligen Sportplatz aufgenommen habe, steht bei mir sinnbildlich für die amerikanische Kultur.

 

Mit diesem Bild will ich vor allem ausdrücken, dass Würzburg eine alte Stadt mit verwinkelten kleinen Gassen und Charme ist . Genau dies macht Würzburg, trotz seiner circa 130 tausend Einwohner, aus. Es hat trotz der Bombeneinschläge im zweiten Weltkrieg einen Teil des Charakters behalten. Vor allem in kleinen Gassen der Innenstadt findet man solche Anblicke. Doch leider kommt man viel zu selten dazu, Würzburg aus dieser Perspektive zu betrachten. Meistens läuft oder fährt man nur entlang der typischen Hauptstraßen und bekommt so von alledem kaum etwas mit. Dort sieht man wenn nur vereinzelt diesen Charme, was allerdings nicht so beeindruckend und schön wie in den Gassen wirkt. 

 

Von der Uferpromenade, welche vor allem im Sommer sehr schön ist, kann man Sehenswürdigkeiten wie die Festung, die Alte Mainbrücke und den Alten Kranen auf einmal sehen. Aber alleine die Atmosphäre mit Blick auf den Main, der grüne Streifen mit Bäumen und Sträuchern neben der Mauer lädt zum verweilen ein. Auch Abends besitzt die Promenade einen besonderen Reiz. Denn man kann sehen wie sich die Lichter von Geschäften und Ähnlichem im Main spiegeln.

 

Der Japanische Garten in der Zellerau ist ein verwunschener Ort. Mir gefällt dieser Ort, welcher Teil der Bundesgartenschau in Würzburg war. Obwohl der Ort nicht sehr bekannt ist, macht er für mich das Gesicht Würzburgs aus, da er die kulturelle Vielfältigkeit der Stadt, wiederspiegelt. Diese ist auch durch die Studenten beginnt. So sieht man in den Bussen oft Asiaten, aber auch immer mehr Inder.

 

Eigentlich wollte ich einen vollen Studentenbus fotografieren. Allerdings sind am Freitag vor Weihnachten viele Vorlesungen ausgefallen weshalb dies nicht mehr möglich war. Ein Bild kann ich noch nachreichen. Als Ersatz wählte ich dieses Bild, welches rechts die Unibibliothek und die grüne Wiese zeigt. Vor allem diese macht die Würzburger Univer-sität aus, da man fast in jedem Gebäude einen Blick aufs Grüne hat. Auch im neuen Hubland Campus Nord, dem ehemaligen Gebiet der Amerikaner ist dies der Fall. Würzburg ist insgesamt sehr geprägt von den Studenten, schon aufgrund der Anzahl (circa 25 000) lässt sich dies begründen.

 

Während der Weihnachtszeit ist die Schustergasse wunderschön geschmückt, wie man auch auf dem Bild erkennen kann. Wenn man abends durchläuft und die Beleuchtung an ist, herrscht dort eine wunderschöne Weihnachtsatmosphäre. Auch der Weihnachtsmarkt ist schön, wenn man Abends sich die einzelnen Geschäfte anschaut, oder sich mit Freunden trifft und einen Glühwein trinkt.

 

Die Festung Marienburg ist ein Ort mit Geschichte, welche man in Verbindung mit Spaziergängen erleben kann. Was für mich aber viel mehr den Reiz der Festung ausmacht, ist ihre Lage. Die Stadt liegt der Marienburg zu Füßen, weshalb man von der Festung Würzburg gut betrachten kann. Durch die Nähe zur Stadt hat man eine sehr gute Sicht. Außerdem hat man von nahezu allen Seiten der Festung einen Blick, da der Weg um sie rum führt. Obwohl man oft durch die Straßen Würzburgs läuft, gewinnt man erst auf der Marienburg einen anderen Blickwinkel auf die Stadt.

 

Monja Tauber